UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR UNFALLCHIRURGIE

Ellenbogengelenk

Radiuskopffraktur

Definition:

Bei der Radiuskopffraktur handelt es sich um einen Bruch im Bereich des ellenbogennahen Anteils des Speichenknochens. Meistens kommt es im Rahmen eines Sturzes auf den ausgestreckten und nach innen gedrehten Arm zu dieser Verletzung. Die Radiuskopffrakturen stellen ca. 20-30% aller Brüche im Bereich des Ellenbogens dar, wobei Männer und Frauen in etwa gleich häufig betroffen sind. Die Einteilung der Radiuskopffraktur erfolgt in

-       unverschobene Brüche (Typ I)

-       verschobene Brüche (Typ II)

-       Trümmerbrüche (Typ III),

wobei die unterschiedlichen Bruchformen auch unterschiedliche Therapien nach sich ziehen.

Symptome:

Nach dem Sturz auf den ausgestreckten Arm treten häufig Schmerzen im Bereich des aussenseitigen Ellenbogens auf. Es besteht eine schmerzhafte Einschränkung der Beugefähigkeit im Ellenbogen, sowie eine Zunahme der Schmerzsymptomatik bei Drehung der Hand. Des Weiteren kann eine Schwellung sowie ein Bluterguss (Hämatom) bestehen.

Diagnostik und Therapie:

Einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Radiuskopffraktur können die Schilderung des Unfallhergangs sowie die bestehenden Beschwerden geben. Dieser Verdacht wird mittels einer ausgiebiger Untersuchung des Ellenbogens sowie einer „Bildgebung“ mittels Röntgengerät erhärtet. Oftmals ist es darüber hinaus erforderlich, eine Computertomographie (CT) des Ellenbogens durchzuführen, um eine eindeutige Einteilung des vorliegenden Bruches vornehmen zu können. Die Radiuskopffraktur kann sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden, wobei die Indikation zu der jeweiligen Therapieform in hohem Maße von dem vorliegenden Frakturumfang abhängt.

-       konservative Therapie:

Ein Bruch, der als unverschoben eingestuft wurde, kann konservativ behandelt werden. Es erfolgt eine Rezeptierung von Schmerzmitteln und eine frühzeitige physiotherapeutische Beübung des Ellenbogens, um eine Bewegungseinschränkung des Ellenbogens im Sinne einer Versteifung zu vermeiden. Eine Ruhigstellung mittels Oberarmschiene ist oftmals nicht erforderlich und wird nur im Falle von starken Schmerzen und dann auch nur für kurze Zeit durchgeführt.

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Foto: Eine undislozierte Fraktur, die konservativ behandelt werden kann

-       operative Therapie:

Zeigt sich in der durchgeführten Bilddiagnostik (Röntgen, CT), dass ein frakturierter Knochenanteil im Bereich der Gelenkfläche verschoben ist (Typ II) oder dass es sich bei der Fraktur um einen Bruch mit mehreren Bruchstücken handelt (Trümmerbruch (Typ III)), ist ein operatives Therapieregime erforderlich, um die Funktion des Radiuskopfes im Ellenbogengelenk wieder herzustellen. Der Umfang der operativ durchgeführten Maßnahmen richtet sich hierbei nach dem Ausmaß des Bruches. Während eine Fraktur mit nur einem verschobenen Bruchstück oftmals mit zwei kleinen Schrauben oder einer kleinen Metallplatte refixiert werden kann, ist es bei einer mehrfragmentären Bruchsituation oftmals notwendig, drn kompletten Radiuskopf zu entfernen (Resektion), da eine Rekonstruktion nicht mehr möglich ist. Man kann diesen Zustand so belassen, wenn sich intraoperativ keine Instabilität des Ellenbogengelenks nachweisen lässt. Besteht eine Instabilität nach Resektion des Radiuskopfes, so wird die Implantation einer Radiuskopfprothese (künstlicher Ersatz des Radiuskopfes) erforderlich.

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Foto: Eine Fraktur mit mehreren Fragmenten

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Foto: Die Fraktur links nach operativer Versorgung mit Platte und Schrauben

Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung einer Radiuskopffraktur richtet sich vor allem nach der durchgeführten Therapie. Handelt es sich um eine unverschobene Fraktur, wird in den meisten Fällen auf eine Ruhigstellung mittels Schiene verzichtet. Statt dessen erfolgt eine intensive physiotherapeutische Beübung des Ellenbogens, um eine aus dem Bruch resultierende Bewegungseinschränkung so gering wie möglich zu halten. War es auf Grund der Bruchsituation notwendig, operativ zu therapieren (Verschraubung, Verplattung oder  prothetische Versorgung), erfolgt häufig die postoperative Ruhigstellung des Armes mittels Gipsschiene für ca. 3 Wochen. Um auch in diesen Fällen eine   Bewegungseinschränkung des Ellenbogens zu minimieren, wird bereits kurz nach dem operativen Eingriff mit der physiotherapeutischen Beübung des Ellenbogens begonnen, wobei diese Massnahme zunächst aus der angelegten Schiene heraus durch den/die Physiotherapeuten/-in passiv durchgeführt wird. Nach Abschluss der operativen Wundheilung erfolgt dann die zügige Steigerung des Bewegungsumfangs im Rahmen der Physiotherapie, wobei ca. 3 Wochen nach der Operation bereits aktive Bewegungsübungen durchgeführt werden können. 

Letzte Änderung: 18.04.2017 - Ansprechpartner:

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